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Behandlung der zervikalen
Tendomyose
Randomisierte,
kontrollierte Doppelblindstudie zur
dosierten Lasertherapie an Akupunkturpunkten
und klassischen Akupunktur
Ulf Seidel, Christine Uhlemann,
Klinik für Orthopädie
Klinikum Neustadt
Institut für Physiotherapie
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zusammenfassung
In einer
randomisierten, plazebokontrollierten,
bezüglich Lasertherapie doppelblinden
klinischen Therapiestudie wurde die
therapeutische Wirksamkeit einer dosierten
Lasertherapie (niedrig energetischer Laser =
low level laser therapy, LLLT) an
Akupunktur-Punkten und einer konventionellen
Akupunktur (AP) bei der Behandlung von
Patienten mit Zervikaltendomyose untersucht
und verglichen.
Methodik:
48 Patienten
(43 Frauen, 5 Männer) mit chronischem
Zervikalsyndrom erhielten randomisiert 8
Behandlungen (4 Wochen, 2 × wö.) mittels
LLLT, Ausgangsleistungen: 0 mW (Plazebo), 7
mW und 30 mW bzw. Akupunktur (4 ×n = 12).
Die Nadelbehandlung wurde als klassische
Körperakupunktur durchgeführt,
Nadelliegedauer 15 Minuten pro Behandlung,
maximal 15 Nadeln. Bei der LLLT wurden,
vergleichbar zur AP, Akupunkturpunkte mit
einer Bestrahlungszeit von 1 min pro Punkt
(maximal 15 Pkt.) behandelt.
Die Follow
up-Untersuchung erfolgte 4 Wochen nach
Therapieende.
Hauptzielparameter: 1.
„Schmerz”: Schmerzintensität,
Schmerzempfinden; 2.
zervikale Bewegungsfunktion.
Nebenzielparameter: 1.
Befindlichkeit, 2.
subjektive Einschätzung (Schmerz,
Beweglichkeit); 3.
klinische autonome Funktionsparameter:
Blutdruck, Puls, Hauttemperatur. Für die
statistische Auswertung wurden
nichtparametrische Tests angewendet.
Ergebnisse:
Mittels AP
konnte im Therapieverlauf eine signifikante
Schmerzreduktion um 82,2 % erreicht werden,
die 1 Monat nach Therapieende noch
nachweisbar war. Die LLLT bewirkte ebenfalls
eine signifikante Schmerzreduktion, wobei
die analgetische Wirkung mit dem 7 mW-Laser
am größten war (Schmerzreduktion um 55,4 %).
Die Druckschmerzschwelle der Zervikalregion
konnte in allen Behandlungsgruppen
signifikant gesteigert werden.
Hinsichtlich
der zervikalen Bewegungsfunktion
(Axialrotation, Lateralflexion,
Ante-/Retroflexion) waren AP, 7 mW-Laser und
30 mW-Laser der Plazebobehandlung
signifikant überlegen.
In der
subjektiven Einschätzung des
Therapieeffektes (bzgl. Schmerz,
Beweglichkeit) wurde keine Verschlechterung
angegeben, deskriptiv erschien die AP den
Lasertherapiegruppen überlegen.
Im
deskriptiven Vergleich der Blutdruckwerte
und der Herzfrequenz vor und nach jeder
Behandlung wurde für alle Therapieverfahren
eine Tendenz zu höheren systolischen und
diastolischen Werten sowie niedrigeren für
die Herzfrequenz jeweils nach der Behandlung
aufgezeigt. Die Hauttemperatur stieg am
AP-Punkt Dickdarm 4 während der Behandlung
in allen Therapiegruppen an im Gegensatz zum
Kontrollpunkt.
Schlussfolgerung:
AP kann eine
Therapieoption für die Beeinflussung
unspezifischer Nackenschmerzen sein. Mit dem
niedrig energetischen Laser lassen sich
hinsichtlich der Hauptzielparameter (Schmerz
und Bewegung) dosisabhängige Effekte
feststellen. Die Ausgangsleistung 7 mW
(Laserdosis 21 J/cm2) zeigt einen
günstigeren Einfluss auf Schmerz und
Befindlichkeit. Auch der Plazebo-Laser
beeinflusste Schmerz und Befindlichkeit
positiv.
Quelle:
Dt Ztschr f Akup
2002; 258-269
DOI: 10.1055/s-2002-36555 |